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Einsatz, Jugend, Öffentlichkeitsarbeit

Erfahrungsbericht: zwei Wochen an der Küste mit dem ZWRD-K

Veröffentlicht: 09.10.2026
Autor: Sophie Kehe
DLRG Station Norddorf/Amrum
Rettungsboot am Strand

SophieK  Ich war dieses Jahr für zwei Wochen mit dem ZWRD-K als Rettungsschwimmerin an der Küste, eine Woche in Prora auf Rügen in der Vorsaison und eine Woche im Norddorf auf Amrum in der Nachsaison.

Im Mai bin ich für eine Woche in Prora (Ortsteil von Binz) gewesen. Nach einer längeren Zugfahrt über Berlin bin ich in Binz am Bahnhof angekommen und wurde dort vom Abschnittsleiter abgeholt. Dann wurde mir gleich erklärt wie der Wachdienst in Prora abläuft, meine Unterkunft und mein Fahrrad gezeigt. Die Fahrräder werden gestellt und sind wichtig, um sich frei bewegen zu können, sowie um morgens zur Wache zu kommen. Diese befindet sich nicht in Laufnähe, da man in der Ferienanlage IFA untergebracht wird, diese befindet sich am Strandabschnitt Binz. Im IFA wurden wir in Ferienapartments (Schlafzimmer, Wohnzimmer/Küchenzeile, Badezimmer) untergebracht, da es sich um einen Zeitraum in der Vorsaison handelte und die Wache entsprechend nicht voll besetzt war, sodass ich sogar ein Apartment für mich alleine bekommen habe. Die Wachen in Prora und Binz sind Selbstversorger-Wachen, das heißt die Wachteilnehmer müssen sich selbst ums Essen kümmern. Wir haben uns als Wache gemeinsam um Frühstück und Abendbrot gekümmert. Der Wachtag begann jeden Tag um 9:00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück auf dem Wachturm und ging bis 18:00 Uhr. Danach hatten wir meistens die Möglichkeit uns an einer gemeinsamen Aktivität (z.B. Spieleabende, Binz erkunden, Volleyball am Strand, Baumwipfelpfad) zu beteiligen oder unseren Abend selbst zu gestalten. An einem Abend wurde mir die eindrucksvolle Promenade von Binz und die Seebrücke gezeigt, da ich diese noch nicht kannte und die Seebrücke in Binz fest mit der Entstehungsgeschichte der DLRG verbunden ist.

Im September war ich für eine Woche in der sehr viel kleineren Station in Norddorf auf Amrum. Auf Amrum sind wir in einer Wohnung der DLRG alle gemeinsam untergebracht, dadurch ist es sehr viel familiärer und noch ein wenig einfacher gemeinsam Zeit als Wachmannschaft zu verbringen. Die Wohnung wurde über den Winter erneuert, also war auch diese Unterkunft neu für mich. Man ist in geräumigen Zweibettzimmern untergebracht und es gibt eine große Küche, da es sich auch hier um eine Selbstversorger-Wache handelt. Wie in Prora werden Fahrräder gestellt, die aber nur benötigt werden, um in die naheliegenden Dörfer zu kommen, weil der Strand hier direkt vor der Unterkunft liegt. Die Rettungsschwimmerunterkunft liegt auf der Düne zum Strand. Dennoch sollte der Weg zum Wachturm nicht unterschätzt werden, der Strand an der nördlichen Spitze Amrums kann mehrere hundert Meter breit werden und der Wachturm (ein beweglicher Container) wird entsprechend der Wasserkante umgestellt. Hier waren die Wachtage ein wenig anders gestaltet. Zum einen unterscheidet sich die Nordsee mit ihren Gezeiten von der Ostsee, im Gegensatz zur Ostsee gibt es eine Badezeit (zwei Stunden vor Hochwasser, weil in diesem Zeitraum das Wasser auflaufend und nicht ablaufend ist) und da ich in der letzten Woche der Saison da war, musste alles Winterfest gemacht werden. Am Donnerstag wurde der Wachturm abgeholt und weggefahren, im selben Zug haben wir ihn ausgeräumt und alle Rettungsmittel sortiert, überprüft und dann fest für die nächste Saison verstaut. Prora und Amrum sind zwei sehr unterschiedliche Wacherfahrungen, wer eine größere Wache mit einer höheren Wahrscheinlichkeit von jüngeren Wachgängern sucht, sollte einmal Prora oder Binz ausprobieren. Wer es lieber in einem kleinen Kreis und ruhiger mag, dem würde ich Norddorf auf Amrum empfehlen. Ich war nun bereits zum dritten Mal da und mich zieht es auch nächstes Jahr wieder dorthin.

(Text und Bilder von Sophie Kehe)

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